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SmartRegion Pellworm – Energie aus regionaler Erzeugung

Das Projekt „SmartRegion Pellworm“ will neue Wege für eine umweltfreundliche und marktorientierte Elektrizitätsversorgung aufzeigen. Auf Basis erneuerbarer Energien und mit Hilfe hybrider Speichertechnologie soll gezeigt werden, dass deutlich mehr von der vor Ort erzeugten, CO²-freien Energie auch vor Ort verwendet werden kann.

Pellworm ist optimal geeignet für den Aufbau und Betrieb eines sogenannten „Smart Grids”.
Die Windkraft- und Solaranlagen auf der Insel erzeugen dreimal mehr Strom aus erneuerbaren Energien als die Bewohner der Insel verbrauchen.

Ziel eines „Smart Grids” ist es, Energie zu speichern und die Stromverbraucher über moderne Datenleitungen mit den Erzeugungsanlagen zu verknüpfen, so dass Erzeugung und Verbrauch von elektrischer Energie besser aufeinander abgestimmt werden.
In einem ersten Schritt wird ein Teil eines „Smart Grid” errichtet. Darin enthalten sind die Informations- und Kommunikationstechnologie, ein Energiespeicher und ein Hybridkraftwerk. Der Speicher puffert Spitzenverbrauchszeiten ab, indem er überschüssige Energie von wind- oder sonnenreichen Tagen verfügbar macht.
Im zweiten Schritt kann das Smart Grid um weitere steuerbare Erzeuger, Speicher und Verbraucher zu einem „VolI Smart Grid” erweitert werden. In dieser Phase spielen nutzt man dann die Vorteile von Elektrogeräte mit steuerbarem/regelbarem Stromverbrauch oder Elektroautos, die ebenfalls als Stromspeicher im Netz eingesetzt werden.

Bereits seit Anfang des letzten Jahrhunderts betreibt die HanseWerk AG und ihre Vorgängerunternehmen eine zwei Fußballfeld große Solaranlage, die Ende der achtziger Jahre zum Hybridkraftwerk ausgebaut wurde. Seitdem sind viele weitere regenerative Erzeugungsanlagen auf Pellworm installiert worden.
Trotz all dieser Erzeuger kann sich Pellworm nicht selbst mit Strom versorgen, da die Stromproduktion und der Stromverbrauch nicht zeitgleich erfolgen und der Strom zurzeit nicht effektiv gespeichert werden kann.
So fließt heute bei hohem Energiebedarf der Strom über Seekabel vom Festland nach Pellworm. Wird wenig Strom benötigt, speist die Insel über die Seekabel die Energie in das schleswig-holsteinische Stromnetz.

In Zukunft soll der auf Pellworm erzeugte Strom in speziellen Batterien zwischengespeichert werden.
In Zeiten, in denen die regenerativen Erzeugungsanlagen nicht genügend Strom bereitstellen, wird gespeicherte Strom genutzt. Darüber hinaus sollen geeignete Verbraucher, wie zum Beispiel Stromspeicherheizungen, intelligent gesteuert werden. Sie werden dann geladen, wenn das Stromangebot auf der Insel besonders groß ist. Das Projekt wird zeigen, wie weit die Abhängigkeit von Festlandstrom gesenkt werden kann.

In der Vergangenheit wurde auf Pellworm deutlich mehr Strom mittels Windkraft und Photovoltaikanlagen produziert als verbraucht. Trotzdem musste wegen der schwankenden Einspeisung der erneuerbaren Energien häufig Strom vom Festland über zwei Seekabel importiert werden. Wichtig war es daher, Lösungen zu finden, um die schwankende Einspeisung Erneuerbarer Energien abzufedern und deren Verwertung vor Ort zu verbessern. Hierzu wurde ein spezielles System aus zwei elektrischen Großbatterien sowie thermischen Speichern errichtet und dieses über ein neuartiges Energiemanagement mit den Stromanschlüssen der Kunden sowie den Windkraftund Photovoltaikanlagen auf der Insel verbunden.

Es konnte somit festgestellt werden, dass erneuerbare Energien und Batteriespeicher mittels eines intelligenten Stromnetzes so zusammengeschaltet werden können, sodass auch langfristig eine sichere und stabile Stromversorgung der Menschen auf Basis von Wind und Sonne in einer Region möglich ist.

In der ersten Phase des Projektes SmartRegion Pellworm ist es somit gelungen, verschiedene Technologien zur Steigerung von Effizienz, Stabilität und Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieversorgung mit Hilfe von Speichern
erfolgreich zu kombinieren.
 

Nachdem in der ersten Phase die technische Umsetzung erfolgreich getestet werden konnte, geht es zukünftig vor allem darum, die Wirtschaftlichkeit zu optimieren, bei der sich in der ersten Phase noch Defizite gezeigt haben. Durch Leistungssteigerungen, Skaleneffekte und Preisnachlässe wird angestrebt, dass zukünftig die bisher noch sehr hohen Investitionskosten für die Speichersysteme ausgeglichen werden können.

In der zweiten Phase des Projektes wird somit an neuen Geschäftsmodellen erprobt, wie man die Art der Stromversorgung auf Basis von Batterien auch wirtschaftlich zu einem Erfolg bringen kann. Ziel ist dabei außerdem, diese Technik in das bestehende virtuelle Kraftwerk der HanseWerk Natur zu integrieren. Insgesamt fließen mehr als 12 Millionen Euro in das Projekt SmartRegion Pellworm.